Die 1. Steine des Vergessens in Elmshorn

"Stolpersteine gegen das Vergessen" nennt der Kölner Künstler Gunter Demnig sein Projekt konkreter Erinnerungsarbeit an Opfer des Nationalsozialismus. Nachdem schon viele dieser zehn mal zehn Zentimeter großen Steine mit Messingtafeln, welche die Inschrift "Hier wohnte . . ." tragen, in zahlreichen Städten verlegt wurden, kann sich die Arbeitsgemeinschaft "Stolpersteine für Elmshorn" seit dem 14. August glücklich schätzen. Da hat der Künstler die ersten sieben Erinnerungssteine in der Krückaustadt ins Gehwegpflaster vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer eingelassen.
Rudi Arendt von der Arbeitsgemeinschaft sagt: "Für die erste Verlegung war es uns wichtig, verschiedene Gruppen der Verfolgten zu bedenken." Das ist gelungen. In der Morthorststraße 14 wurde der 1. Stein gesetzt. Dort lebte der Reichstagsabgeordnete der KPD, Reinhold Jürgensen, der 1934 im KZ Fuhlsbüttel ermordet wurde. In der Ludwig-Meyn-Straße 5 wohnte Heinrich Kastning, der als Gewerkschafter im Widerstand war und 1941 ums Leben kam. Der Arbeitersportler Max Maack, Hogenkamp 7, wurde 1942 von den Nationalsozialisten in den Tod getrieben. Max Andreas Hahn, Friedensallee 42, kam 1939 als Zeuge Jehovas im KZ Sachsenhausen ums Leben. In der Peterstraße 29 wird mit drei Steinen Opfern der jüdischen Gemeinde gedacht. John Löwenstein wurde 1941 nach Minsk deportiert, Karl Löwenstein und Selma Levi, geborene Löwenstein, wurden im selben Jahr nach Riga verschleppt. Alle drei wurden ermordet.
Für die Stolpersteine gibt es jeweils Paten. Die haben nicht nur die 95 Euro für die Steine bezahlt, sondern auch die Biografien der Opfer recherchiert und werden sich um die Steine kümmern. Die Paten der ersten sieben Opfer sind die DKP Elmshorn, der SPD- Ortsverein Elmshorn, Jens Gatzenmeier, WGE/Die Grünen, die Frauengeschichtswerkstatt des Industriemuseums Elmshorn, Kai Lohse und die Sängerin Anna Haentjens.

Für weitere Verlegeaktionen sucht die Arbeitsgemeinschaft noch Paten. "Auch Schulklassen können sich gerne melden", sagt Arendt, der unter der Telefonnummer 04121/748 78 Ansprechpartner ist. Besonders freut es ihn, dass das Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium bereits Interesse bekundet hat.
Die Praxis am Hogenkamp unterstützt diese Aktion sehr gern.

Max Maack Hogenkamp 7 Max Maack Hogenkamp 7

 

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